Mein Weg mit der Arche
Ein Bewohner erzählt
Wie ich zur Arche kam
Ich hatte eine «normale» Schweizer Kindheit und Jugendzeit, machte eine Lehre in einem Handwerksberuf und ging anschliessend ins Militär. Nach dem Militär fand ich zum Glauben an Gott und machte eine Bibelschule. Nach der Bibelschule hatte ich seelische oder psychische Probleme – in der Fachsprache nennt man es eine Psychose, was für mich immer noch ein eher schwammiger und unpassender Begriff für meinen Fall ist. Dann arbeitete ich auf meinem Beruf auf verschiedenen Stellen, musste jedoch mehrfach in die Psychiatrie gehen. Das letzte Mal war ich im Jahr 2025 in der Klinik und das KESB schaltete sich für meinen Fall ein und beorderte einen FU (Fürsorgliche Unterbringung) in einem betreuten Wohnen für mich an. So musste ich nach einem betreuten Wohnen suchen und beim zweiten Schnuppern in der Arche hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Beim Schnuppern bekam ich Einblick in die Hauswirtschaft, das Atelier und die Holzwerkstatt sowie das Alltagsleben. Da die Arche eine christliche Prägung hat, passt es bestimmt besser zu mir als andere betreute Wohnungsmöglichkeiten dachte ich mir. Es war bald ein Platz frei für mich und so durfte ich in die Arche einziehen.
Das Leben in der Arche
Angekommen in der Arche begann auch schon der Alltag. Ich entschied mich zusammen mit der Arche 4 Tage die Woche in der Holzwerkstatt zu arbeiten. Dies gab mir eine Tagesstruktur, Beschäftigung und ich durfte dabei Neues lernen. Hier in der Arche leben etwa 14 Personen, man hat also viele soziale Kontakte, man isst zusammen, lebt zusammen, spielt manchmal Brettspiele, macht die Ämtlis zusammen usw. Jede Person, die hier lebt, hat auch eine Bezugsperson, die ihn / sie betreut. Ich bin sehr froh für meine Bezugsperson. Er ist selbst auch gläubig und etwa im selben Alter wie ich, so verstehen wir uns gut, und können uns als Gleichgesinnte unterhalten. Unter anderem durch die Arche konnte ich psychisch stabil werden und bisher bleiben. Ich hatte Zeit für Ruhe und damit mein Herz heilen konnte, deshalb bin ich dankbar.
Aussichten nach der Arche
Im Sommer findet eine Besprechung mit der KESB statt, wo herauskommen wird, wie es weitergeht, ob ich noch weiter in der Arche bleibe, in die Villa Vita wechsle oder in eine andere Wohnform. Sicher ist, dass ich bald wieder in meinem Beruf arbeiten kann. Bei der GEWA habe ich mit Hilfe der IV eine Stelle gefunden. Sie ist ein Aufbautraining um irgendwann wieder im 1. Arbeitsmarkt Fuss fassen zu können.

